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Fischaufstieg und Fischabstieg Autor: Heiko Brunken, 07. Dezember 2016

 

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Die longitudinale Vernetzung von Fließgewässern - also deren Durchgängigkeit - ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass sowohl wandernde als auch nicht oder nur über kurze Strecken wandernde Fischarten dauerhaft lebensfähige Populationen erhalten können. Diese Erkenntnis existiert schon lange, und heute gibt es intensive Bemühungen, die Durchgängigkeit zumindest teilweise wieder herzustellen. Wenn ein vollständiger Rückbau nicht möglich ist, so etwa bei Wehranlagen, Staudämmen oder Polderschöpfwerken, können bzw. müssen Fischaufstiegsanlagen errichtet und dauerhaft unterhalten werden. Gleiches gilt für den ökologisch ebenso bedeutsamen Fischabstieg. Über die Art und Weise der Konstruktion und Erfolgskontrolle von Fischwechseln gibt es heute ein umfangreiches Fachwissen.



 
"Einfach mal eine Reuse ins Unterwasser der Turbine gestellt ...". Bilder, die keiner sehen möchte. Foto: Dieter Prehn.



Neu 07.12.16: An der Uni Kassel wurde vor Kurzem eine interessante Masterarbeit "Gestaltung von Fischaufstiegsanlagen in sandgeprägten Tieflandflüssen" vorgelegt. Christian Edler, Fischereidezernent der Bezirksregierung Münster, hat die Arbeit von Simon Beklas (2016) hochgeladen, um sie Interessierten zur Verfügung zu stellen: http://www.umweltamt.org/ftpaustausch/allg/Msc-Arbeit%20Beklas.zip

An einem fachlichen Austausch zu diesem Thema wäre Herr Edler sehr interessiert!

Mitgeteilt von: Christian Edler, Fischereidezernent, Bezirksregierung Münster, Dez. 51. Natur- und Landschaftsschutz, Fischerei, Nevinghoff 22, 48147 Münster, Tel. 0251-411-1642,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

31.07.15: VERBUND testet beim Wasserkraftwerk Retnei an der Mur einen Lift für Fische

06.03.15: Spaltfreie Doppel-Wasserkraftschnecke „HYDROCONNECT mit Albrecht fishlift Inside" als neue Technologie im Kleinwasserkraft-Sektor.

17.03.14: Bundesamt für Naturschutz (BfN, Bonn) formuliert ökologische Mindestanforderungen für Wasserkraftanlagen: BfN-Kernforderungen Wasserkraft  Lies mehr

28.11.13: Are you working on rivers, water and migratory fish and looking to enhance public awareness? Are you concerned about the health of our rivers? Take part in World Fish Migration Day 2014 on the 24th May. This international event calls attention to the need to restore the connections in rivers for migratory fish, to achieve healthy fish stocks and productive rivers. - Anm.d.R.: Bei dieser internationalen sehr wichtigen Aktion zur Umweltbildung über Wanderfische sind Aktivitäten im deutschsprachigen Raum noch Mangelware!

26.11.13: "Wie nachhaltig ist die Wasserkraftnutzung?" 5. Forum des BUND zur EG-Wasserrahmenrichtlinie 21.09.2013 Die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird vom Bundesarbeitskreis (BAK) Wasser des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) seit Jahren mit WRRL-Foren begleitet. Das 15. WRRL-Forum hatte sich am 21. September 2013 dem Thema „Wasserkraft – eine nachhaltige erneuerbare Energie? Wirklichkeit trifft Anspruch“ gewidmet.

18.11.13: Video zur geplanten Fischwanderhilfe am Ijsselmeer-Deich "Video-animatie van vismigratierivier aan de Afsluitdijk Voor het project De Nieuwe Afsluitdijk is een video-animatie ontwikkeld van de toekomstige vismigratierivier aan de Afsluitdijk. De kilometerslange vispassage moet een verbinding tot stand brengen tussen de Waddenzee en het IJsselmeer. Dit is nodig omdat veel vissen brak- of zoetwater nodig hebben om zich voort te planten. Tijdens eb op de Waddenzee stroomt er zoetwater vanuit het IJsselmeer via de vismigratierivier naar de Waddenzee. Vissen reageren op deze zoetwaterstroom door de migratierivier op te zwemmen. Als het vloed is op de Waddenzee komt de rivier langzaam tot stilstand en stroomt daarna de andere kant op. Vissen kunnen enkele uren of dagen in de rivier verblijven." [mitgeteilt von Gerrit Jan van Dijk]

24.02.13: In den Niederlanden wird ein großes Projekt zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit zwischen Nordsee und Binnengewässern geplant. Vorgesehen ist ein sehr groß dimsionierter Fischwechsel. Ziel bei der Wiederherstellung der Durchgängigkeit ist u.a. auch das Erreichen eines sich verändernden Salzgehaltes, um den abrupten Übergang marin - limnisch zu entschärfen Projektplan (niederländisch, 5,4 MB)

31.01.13 Buchveröffentlichung Fischschutz und Fischabstieg an Wasserkraftanlagen – Handbuch Rechen- und Bypasssysteme. „Die von Dr. Guntram Ebel verfasste Publikation stellt den internationalen Stand des Wissens zum Themengebiet dar, wobei 785 Studien aufgearbeitet und für den Anwender erschlossen werden. Auf der Grundlage dieser Befunde, die auch neue Modelle und Bemessungsmethoden einschließen, erfolgt die Ableitung von geometrischen und hydraulischen Zielgrößen sowie praktischen Empfehlungen für die Auslegung von Fischschutz- und Fischabstiegssystemen. Der Praxiseinsatz ausgeführter Systeme wird am Beispiel einschlägiger Pilotanlagen veranschaulicht. Die Veröffentlichung besticht durch die systematische und präzise Aufarbeitung des interdisziplinären Themengebiets, durch zahlreiche neue Befunde sowie durch die Vielzahl informativer Zeichnungen, Diagramme, Fotos, Tabellen und Übersichten. Hervorzuheben ist darüber hinaus die Veranschaulichung genereller Prinzipien und Mechanismen durch zahlreiche Beispiele mit quantitativen Informationen zur biologischen Effizienz von Fischabstiegsanlagen. Die wesentlichsten Inhalte werden in einer Kurzzusammenfassung dargestellt, die auch in englischer, französischer und russischer Sprache vorliegt. Ein Register mit 780 Begriffen erleichtert das Auffinden von Fachwörtern und Artnamen.“ (mitgeteilt von Christine Lecour, Fischereikundlicher Dienst des Landes Niedersachsen, 30.01.13)

22.01.13: Das „Forum Fischschutz und Fischabstieg“ teilt mit: (a) Die Ergebnisse des ersten Workshops "Umweltpolitik und rechtliche Rahmenbedingungen - Wasserrahmenrichtlinie, Durchgängigkeit und Wassernutzungen" vom November 2012 in Bonn liegen nun vor: Ergebnispapier sowie Präsentationen des Workshops. (b) Der zweite Workshop "Fischschutz & Fischabstieg an wasserbaulichen Anlagen - Was ist nötig?" wird am 23. und 24. Januar 2013 in Karlsruhe stattfinden. Programm und Diskussionspapier. Auf der Info-Plattform des Forums wurden zudem weitere Dokumente eingestellt.

28.10.2012: Umweltbundesamt gründet Forum „Fischschutz & Fischabstieg“ Das Umweltbundesamt richtet im Rahmen eines F + E-Vorhabens des Umweltforschungsplans des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) für die kommenden 3 Jahre ein Forum „Fischschutz & Fischabstieg" ein. Das Ecologic Institut wird das Projekt im Auftrag des Umweltbundesamtes inhaltlich und organisatorisch unterstützen. Das Forum soll aus Vertretern von Wasserwirtschaft und anderen Ressorts des Bundes und der Länder, Wissenschaft, Ingenieurwasserbau, Fischerei und Wasserkraft bestehen und Gelegenheit zu einem intensiven Informations- und Gedankenaustausch geben.

17.09.2012: Das Regierungspräsidium Darmstadt bietet für die ökohydraulische Dimensionierung von Fischaufstiegsanlagen mit Beckenstrukturen ein hilfreiches und kostensenkendes Werkzeug für Ingenieur-Büros und Zulassungsbehörden an. Die Excel-Software steht hier zum freien Download bereit: http://www.rp-darmstadt.hessen.de

Information „DAU-Vorgaben für Umweltgutachter zur Begutachtung von Wasserkraftanlagen“ - eine hilfreiche und seit längerem angekündigte Konkretisierung der DAU (Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH) zu den Anforderungen an ein Umweltgutachten zur Feststellung der Vergütungsvoraussetzungen für Strom aus Wasserkraft nach EEG 2009/ 2012 (Informationen für Umweltgutachter 1/2012 Erneuerbare-Energien-Gesetz 2009: Anforderungen an die Begutachtung von Wasserkraftanlagen nach § 23 Abs. 5 EEG 2009).

„Mit dem fischökologischen Laufwasserkraftwerk Kegelturbine ist die Übereinstimmung von wirtschaftlichen mit ökologischen Interessen gelungen. Es soll das erste fischökologische Laufwasserkraftwerk der Welt werden, das in wenigen Monaten in Deutschland in Betrieb gehen wird. Die Kegelturbine ist das erste Kraftwerk, mit dem man gleichzeitig die Gesamtheit der künstlichen und natürlichen Fließgewässer der Erde energetisch ausnutzen kann.” Mitgeteilt von Nenad Habek, www.habek-wasserkraftwerke.de, 07.03.2012. 

Hinweis auf einen modifizierten vertical-slot-Pass mit durchströmten Wänden: Mittlerweile sind die ersten Anlagen schon 2 Jahre im Gewässer (geestnahes Marschgewässer mit einem oberhalb einmündenden kiesgeprägten Tieflandbach), und es gibt erste Monitoring-Ergebnisse, auch hinsichtlich der Hydraulik. Mitgeteilt von Dipl.-Biol. Michael Dembinski, Planula, Planungsbüro für Naturschutz, und Landschaftsökologie, Hamburg; 22.02.12.

Die BAW (Bundesanstalt für Wasserbau) unterstützt die WSV mit praxisbezogenen Fachpublikationen für eine Vielzahl von verkehrswasserbaulichen Spezialthemen, u.a. die „Arbeitshilfe Fischaufstiegsanlagen an Bundeswasserstraßen“ von 2011. 

Studie zum Ausbau der Wasserkraftnutzung in Deutschland
„Die Nutzung der Wasserkraft stellt immer einen Eingriff in die Gewässer dar. Die typischen ökologischen Auswirkungen sind:
• Aufstau des Gewässers mit Veränderung der Fließbedingungen im Staubereich,
• bei Ausleitungskraftwerken: Reduzierung der Wasserführung im Mutterbett,
• Unterbrechung der Durchgängigkeit für aquatische Organismen, Sedimente und organisches Material,
• Schädigungen von flussabwärts wandernden Fischen.
Diese Auswirkungen haben Einfluss auf den ökologischen Zustand der Gewässer und sind daher im Sinn der EG-Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) relevant. Die Erfassung des Ausbaupotentials ist daher sowohl für energiepolitische Fragestellungen als auch für die Umsetzung der EG-WRRL von hoher Bedeutung. (...) Es werden immer wieder neue Ideen und Techniken für die Nutzung der Wasserkraft vorgestellt, die bei verringerten negativen Eingriffen in die Gewässerökologie einen nennenswerten Beitrag zur Energieerzeugung liefern und wirtschaftlich attraktiv sein sollen. Derartige Konzepte werden in Kap. 8 grundsätzlich diskutiert."
Ingenieurbüro Floecksmühle, IHS Stuttgart, Hydrotec, Fichtner (2010): Potentialermittlung für den Ausbau der Wasserkraftnutzung in Deutschland als Grundlage für die Entwicklung einer geeigneten Ausbaustrategie. Schlussbericht. - Aachen. Im Auftrage des Bundeminsisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. 183 S. Bericht 3,95 MB

"Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein von uns gefördertes Projekt an der TU München ging zu Ende. Ich denke, es bringt interessante Aspekte zur Gestaltung des Einlaufbereichs an Wasserkraftwerken. Und dieses Wissen, das mit viel Geld geschaffen wurde, muss an die Praxis. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Franz Geldhauser"
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 29.03.2011  Projektbericht

Die Bundesregierung hat angekündigt, in den kommenden 20 Jahren die Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen für wandernde Fischarten wieder herzustellen. Dafür sollen mehr als 700 Millionen Euro ausgegeben werden. Antworten der Bundesregierung zur Kleinen Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu "Fischwanderhilfen an Bundeswasserstraßen - Finanzierung und Umsetzung". Die Bewertung der Regierungsantworten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Fachtagung "Fischwanderung und die Bedeutung der Auenhabitate" Die Dokumentation zur BfN-Fachtagung "Fischwanderung und die Bedeutung der Auenhabitate" kann auf der Homepage des BfN herunter geladen werden bzw. unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. als gedrucktes Exemplar kostenfrei bestellt werden. Mitgeteilt von Jan Paulusch (Bundesamt für Naturschutz), 19.01.11

Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer Brandenburgs Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie kommt der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit in den natürlich entstandenen Fließgewässersystemen eine vorrangige Bedeutung zu. Für die Ende 2009 verabschiedeten Brandenburger Bewirtschaftungspläne wurden daher solche Flüsse und Bäche als so genannte Vorranggewässer ausgewiesen, die für die Fischpopulationen durch ihre vernetzende Funktion und als Habitate eine herausragende Bedeutung haben und somit gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstrukturen sowie der ökologischen Durchgängigkeit erfordern. Die länderübergreifend für das deutsche Elbeeinzugsgebiet abgestimmten überregionalen Vorranggewässer hat das Land Brandenburg durch regionale Vorranggewässer ergänzt. Eine analoge Ausweisung erfolgte auch für das Brandenburger Odereinzugsgebiet. Mit dem Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit erfolgt jetzt eine detaillierte Untersetzung. Weitere Informationen

Schneckenpumpen zur Verbesserung der Durchgängigkeit Meer-Binnenland (Poldergebiete)
In den Niederlanden werden für die Entwässerung der Polder häufig Schneckenpumpen (oder Archimedesschrauben) verwendet. Wandernde Fische können diese Pumpen nutzen, um vom Polder in den Mahlbusen zu gelangen. Allerdings wird ein großer Teil der Fische in Schneckenpumpen verletzt. Dies geschieht durch eine Berührung der untersten Windung. Oder indem die Tiere im Spalt zwischen der Schnecke und dem feststehenden Trog in dem sich die Winde befindet eingeklemmt werden. Bei den FishFlow Schneckenpumpen treten dieses Problem nicht mehr auf und ist damit sehr fischfreundlich. [weitere Informationen auf der Homepage des Anbieters] [Flyer]

Durchgängigkeit für Fische an der Elbe
Aktueller Fachbeitrag: "Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler in Vorranggewässern der Elbe" von Thomas Gaumert, Hamburg. Korrespondenz Wasserwirtschaft, 2010, 3(4): 180-183.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es in der Flussgebietsgemeinschaft Elbe einen ausgeprägten Willen gibt, die Durchgängigkeit für Fische und Rundmäuler nicht nur in den überregionalen Vorranggewässern, sondern auch in dem sich daran anschließenden Gewässernetz wiederherzustellen. Dieses Handlungsziel wurde im derzeit gültigen Bewirtschaftungsplan mit Maßnahmenprogramm festgeschrieben. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des guten Zustandes im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

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