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Fischartenschutz Autor: Heiko Brunken, 24. Januar 2014

 

Wissenschaftler für den Erhalt des Mavrovo National Parks in Mazedonien

Offener Brief gegen die Zerstörung einzigartiger aquatischer Lebensräume durch Staudammprojekt
Aufruf mit der Bitte um Unterzeichnung bis zum 13.12.13
Fakten über den Mavrovo Nationalpark

Mavrovo_Nationalpark_Banner
Quelle: http://www.npmavrovo.org.mk/

Aktuell (24.01.14) hierzu: Artikel aus Der Spiegel über die Bedrohung bzw. Zerstörung der letzten Wildflusslandschaften Europas

Fische als die "Stiefkinder des Naturschutzes"?

Fische galten lange als die "Stiefkinder des Naturschutzes". Ihre Lebensräume wurden erst vergiftet und dann kanalisiert - manchmal auch andersherum. Vieles hat sich inzwischen aber gebessert, die Gesellschaft hat große Summen in den Bau von Kläranlagen investiert, zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen wurden realisiert. So zeigt denn auch die für Deutschland neu erschienene Rote Liste der im Süßwasser reproduzierenden Neunaugen und Fische (Cyclostomata & Pisces) (Freyhof 2009) im Vergleich zur früheren Roten Liste von Bless et al. (1998) ein insgesamt positives Bild:

  • 31 Arten (34, 8%) zeigen eine positive Kategorieänderung
  • 5 Arten (5,6%) zeigen eine negative Kategorieänderung
  • bei 18 Arten (20,2%) bleibt die Kategorie unverändert
  • bei 35 Arten (39,3%) ist eine Kategorieänderung nicht bewertbar

Dennoch bleiben erhebliche Defizite, wenn wir unsere heutige Fischfauna mit der Fischfauna natürlicher Gewässer vergleichen. Nahezu alle Flüsse galten in historischen Quellen als die "fischreichsten" ihrer Gegend oder sogar von ganz Deutschland oder Österreich - was nichts anderes bedeutet, als dass früher alle Gewässer sehr fischreich gewesen sein müssen. Auch darf das oben genannte grundsätzliche positive Bild nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fischfauna zunehmend neuen Gefährdungen ausgesetzt ist:

  • der Bau von Wasserkraftwerken führt zu einer weiteren Zerschneidung der Fließgewässerlebensräume und zu einer direkten Schädigung der Bestände durch Turbineneinwirkung und Lebensraumveränderung (z.B. Stauhaltungen)
  • die zunehmende Inanspruchnahme von Auenlebensräumen für den Energiepflanzenanbau blockiert dringend erforderliche Renaturierungsmaßnahmen und führt zu einem Anstieg des Eintrags von Nährstoffen und Pestiziden in die Gewässer
  • oft gut gemeinte aber fachlich nicht begründete Besatzmaßnahmen beeinträchtigen die innerartliche Biodiversität vieler Fischbestände
  • die nicht nachhaltige Befischung der Meere bewirkt auch in unseren Küstengewässern einen zum Teil drastischen Rückgang der Bestände
  • der Klimawandel zeigt auch für die Fischpopulationen erhebliche Gefährdungspotenziale

Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Angesichts dieser aktuellen und auch (wieder) zunehmenden Bedrohungen für unsere Fischfauna - trotz Wasserrahmenrichtlinie und NATURA 2000 - sind weitere Anstrengungen für den Fischartenschutz unbedingt erforderlich.

Der Fischartenatlas möchte hierüber an dieser Stelle informieren und dadurch die Umsetzung weiterer Fischartenschutzprojekte fördern.

Weitere Informationen zu Roten Listen, Gefährdungsgraden und Verantwortlichkeit im Menü Ichthyologie hier im Atlas


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